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SZ-Magazin: Herr Meertz, erinnern Sie sich noch an Ihre erste Uhr?
Das war eine kleine Taucheruhr von Karstadt – von meiner Patentante. Nichts Besonderes.

Sie betreiben ein Uhrengeschäft, haben eine Uhrmacherlehre gemacht. Wann hat Sie das Fieber gepackt?
Als ich einem Freund aus dem Sportverein beim Arbeiten zugeschaut habe. Er war Uhrmacher. Da hat es Klick gemacht.

Was sind das für Menschen, die wertvolle Uhren kaufen?
Es gibt keine Regel: Zu mir kommt der Professor, der Uhren sammelt, genauso wie der Metzgerlehrling, der sein erstes selbst verdientes Geld in eine Rolex investiert.

Wie beraten Sie Ihre Kunden? Welche Uhr passt zu welchem Typ?
Jede Marke hat ein bestimmtes Image. rolex jubilee datejust zum Beispiel ist nie für komplizierte Innovationen bekannt geworden, sondern für Sportlichkeit: Mercedes Gleitze, die 1927 als erste Engländerin den Ärmelkanal durchschwommen hat, hatte dabei eine Rolex an, James Bond trug eine Rolex Submariner in elf Filmen, Sir Edmund Hillary stieg mit einer replica watch 1953 als Erster auf den Mount Everest. Durch solche PR-Coups schärfen Firmen das Image ihrer Marke.

Werben deshalb so viele Uhrenhersteller mit den Großtaten ihrer berühmten Träger?
Das Marketing spielt bei Uhren eine enorme Rolle. Eine Omega Speedmaster etwa kennt man, weil sie mit Buzz Aldrin auf dem Mond war. Der Patek-Philippe-Träger dagegen ist vor allem stolz auf die lückenlose Historie und Tradition seiner Marke; trotz kleiner Nachlässigkeiten in den Siebzigern zählen sie zu den hochwertigsten Uhren überhaupt.

Rolex, Omega, Patek – sind das die Marken, nach denen am meisten gefragt wird?
Definitiv.

Warum?
Patek Philippe ist die Marke, die auf Auktionen seit eh und je Spitzenpreise bringt, zum Teil Millionen. Es gibt keine teureren Uhren. Die haben immer komplizierte Uhren mit Uhrwerken gebaut, die sie in ihrer eigenen Manufaktur hergetellt haben; sie haben immer am oberen Qualitätslevel gearbeitet, oder besser: das Level vorgegeben. Wollen sich Leute, die sich eine IWC oder eine Jaeger-LeCoultre kaufen, von diesen Uhren abgrenzen?Nein, dabei geht es den Käufern zwar auch um die Marke, mehr aber um bestimmte Modelle und Innovationen. So war etwa die IWC Ingenieur die erste Uhr, die einem hohen Magneteinfluss standhalten konnte, ohne kaputtzugehen. Eine IWC hat auch ein sehr spezielles Automatikwerk.

Wenn heute jemand zu Ihnen ins Geschäft kommt und eine möglichst wertbeständige Uhr sucht – was raten Sie ihm?
Grundsätzlich gibt es beim Uhrenkauf drei Richtungen: neu kaufen, neu-gebraucht kaufen oder Vintage-Uhren. Neu oder neu-gebraucht zu kaufen ist eine Budgetfrage. Da ist noch keine Sammelleidenschaft dabei. Eine klassische gebrauchte Uhr, etwa eine rolex yacht master, Omega, Patek Philippe, IWC, hat einen Listenpreis. Wie bei einem Jahreswagen kann man nachschauen, was sie noch wert ist. Alle großen Marken kann man also mit einer Kalkulation kaufen, die man nachvollziehen kann.

Sagen Sie ein Beispiel, bitte?
Eine Uhr, die neu etwa 3000 Euro kostet, verkaufe ich gebraucht für 1800 Euro. Das ist etwas über der Hälfte des Listenpreises, klar, dass da eine Handelsspanne drin ist. Wenn man etwa eine Speedmaster von Omega oder ein Fliegermodell von IWC gebraucht kauft, macht man keinen Fehler. Denn innerhalb der nächsten zehn Jahre wird der Hersteller die Preise für neue Uhren mehrfach erhöhen, um fünf bis zehn Prozent etwa. Dementsprechend zieht auch der Gebrauchtpreis an. Es gibt aber auch Modelle, wie etwa eine Rolex aus den Neunzigerjahren, die man für, sagen wir, 4000 Mark gekauft hat, jetzt also 2000 Euro, und die heute sogar bis 3000 Euro im Gebrauchtmarkt bringt – und im Geschäft kostet das Nachfolgemodell zirka 4000 Euro. Da hat man sogar bei einem neuen Modell ein Plus gemacht. Im Moment sind die Begehrlichkeiten am größten bei allen Sportmodellen vonrolex gmt master, auch in Gold, bei klassischen Modellen wie der Omega Speedmaster oder einer IWC Fliegeruhr, und bei Patek-Philippe-Uhren, speziell jenen mit vielen Extras wie ewigem Kalender. Wir nennen diese Extras Komplikationen. Kurz: All diese Uhren kann man sehr gut wiederverkaufen.

Welche Uhren sind nicht nur wertbeständig, sondern eine gute Investition?
Es ist interessant zu beobachten, dass die Uhren, die besonders große Wertsteigerung erfahren haben – abgesehen von Patek-Philippe-Uhren mit vielen Komplikationen – Modelle waren, die eigentlich keiner wollte: In den Achtziger- und Neunzigerjahren kaufte kaum jemand einereplica rolex Daytona, das Stahlmodell, das jetzt im Sammlermarkt so hoch gehandelt wird. So eine Daytona kostet heute um die 22 000 Euro.

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Der Beitrag passt eigentlich nicht ins Forum. Aber wir lassen es mal stehen.