Wanderung zur Ruine Eisenstein

Es ist Sonntag 19. September 2004, ich öffne das erste mal meine Augen an diesem Tag, mein Blick bewegt sich Richtung Wecker um mal zu eruieren wie spät es überhaupt ist. Im Raum ist es noch fast stockdunkel, aber die roten Leuchtzahlen der Uhrzeit verraten mir, dass der Morgen in den Startlöchern steht. Die Uhr zeigt 6 Uhr, naja es ist sicherlich noch um einiges früher, mein Schatz stellt die Uhr immer um einiges vor.

Ein Gedanke schwirrt in meinem Kopf, wir haben heute was vor, aber dennoch ist es dafür noch viel zu früh. Ich drehe meinen Kopf nach hinten wo sich ein großes Fenster befindet. Das bekräftigt meine Vermutung, es ist noch viel zu früh, es ist noch verdammt dunkel draußen.

Normalerweise würde ich mich jetzt noch mal um drehen, aber ein menschliches Bedürfnis macht mir zu schaffen. Ich sehe mal rüber zu meinem Schatz, der schläft noch ganz ruhig, welch ein Wunder, sonst ist er derjenige der vor mir wach ist und alles rund um sich rum zum erwachen bringt. Also was machen, aufstehen und riskieren, dass ich ihn wecke, oder versuchen es zu verdrücken und vielleicht doch noch mal einschlafen? Die Frage hat sich erübrigt, schon kommt ein leises “gute Morgen mein Schatz” herüber. Ohne viel Wirbel zu machen erwidere ich seine Morgenwünsche und beschwichtige ihn, doch noch weiter zu schlafen, es wäre noch früh und ich müsse nur mal kurz raus. Gesagt, getan schlüpfe ich auch schon aus dem Bett und mit einer Erleichterung kehr ich zurück.

Also noch mal rein unter die warme Decke, mein Schatz kuschelt zu mir rüber, aber so kann ich nicht schlafen. Also dreht sich noch mal jeder in seine beste Schlafposition und wir beide schlafen noch mal ein.

Es ist fast halb 8 Uhr als ich das zweite mal an diesem Tag erwache. Hab mirs doch gedacht, mein Schatz ist schon auf seinen Beinen, der Kaffee ist schon zubereitet und er begrüßt mich wie jeden Morgen mit einem Küsschen. Ich weiß mein Schatz, dass wir heute was vor haben, komm auch gleich aus dem Bett raus. Naja von ihm kommt nur ein Lächeln rüber, er weiß ja, dass es immer danach noch eine Weile dauert, bis ich mich endlich erhebe, aber heute geht es schon um einiges schneller, wir wollen ja an diesem Tag was unternehmen.

Wir sitzen beim Frühstück, da kommt die Frage noch mal auf, was machen wir heute wirklich? Bleibt es dabei, was mir gestern so im groben besprochen haben, oder wollen wir noch mal umdisponieren? Nein es soll so bleiben, wir wollen Richtung Füssen fahren, also in die Berge. Teile dieser Gegend kennen wir schon, aber es ist ja immer wieder schön dort und auf der Fahrt werden wir uns schon einigen wohin es schlussendlich dann gehen wird.

Mir schwebt da was im Kopf, hab es auch schon öfter erwähnt, aber irgendwie kam von ihm wenig Reaktion deswegen rüber, aber das lässt mich nicht los. Auf einer unserer früheren Fahrten sind mir mal Ruinen zu Gesicht gekommen, die mich fasziniert haben und vor Wochen hab ich mich mal im Internet schlau gemacht und hab prompt Informationen darüber gefunden, genau da wollte ich hin. Bei mir saß es fest im Hinterkopf, bei meinem Schatz war das noch nicht ganz so fix wie mir schien.

Also los soll es gehen. Naja wenn ich jetzt unser morgendliches Ritual beschreiben müsste, dann würde das schon mindestens der halbe Roman werden, also lieber das ganze kurz gehalten. Mein Schatz steht vor dem Kasten, weiß wieder mal nicht was er anziehen soll. Altmodisch, er denkt immer wenn es Sonntag ist, da müsse er das beste Gewandt aus dem Schrank holen. Nach einigem probieren hin und her, nichts passte wirklich zusammen, die Hose kneifte, habe ich ihn doch überreden können, die bequemere Jeans anzuziehen. Naja Oberbekleidung hin und her, noch mal das selber, er ließ dann doch das bequeme Shirt an. Inzwischen war ich ja schon lange fertig, ich wusste von vorhinein was ich anziehen wollte ? ja merkwürdig, normalerweise sagt man es den Frauen nach, dass sie sich nicht entscheiden können, aber bei uns ist es wohl mal anders.

Wir waren schon fast unten an der Haustüre, da musste ich doch noch mal umkehren, naja die menschlichen Bedürfnisse sollte man nicht unterschätzen, vor allem wenn man zuvor noch gut gefrühstückt hatte. Aber dann konnte es losgehen.

Also mal raus vom Ort, rauf auf die Autobahn und ab in den Süden. Toll Sonntagmorgen, aber der Verkehr war schon ausgiebig. Alles wollte wohl in den Süden. Nach kurzer Fahrt auf der Autobahn haben wir uns dann entschieden, doch über die schönere Landstraße weiter zu fahren, noch dazu wüssten wir, bzw. mein Schatz noch nicht ganz wo wir hin wollten. Ich redete von den Ruinen, die mir schon die ganze Zeit im Kopf schwebten, doch wie war jetzt der Name davon. Blöd, ich wüsste es schon und jetzt war alles wie weggeblasen. Mein Schatz ist zwar im Allgäu aufgewachsen, aber auch er wusste den Namen nicht, der Ruinen die ich zu meinen schien. Ein Name kam langsam, Nesselwang, war doch mal auf der Internetseite erwähnt und dass es 3-4 Ruinen gab die in unmittelbarer Nähe waren. Falkenstein kam von meinen Schatz, das ist ihm bekannt. Nee sagte ich, Falkenstein wäre schon dabei, aber die anderen Ruinen heißen wohl anders. Ich denke E war der erste Buchstabe, hatte zwar immer Eggenburg im Hinterkopf, aber das ist wohl eine andere Burg, die liegt in Österreich, weit entfernt, wo wir Bekannte haben.

Ich suchte die Hügel am Horizont ab und siehe da, nach kurzer Strecke, erblickte ich die ersten Gemäuer, oben auf einem Hügel. Da ist sie ja, die Ruine von der ich dauernd sprach und kaum hatte ich meinem Schatz davon berichtet, dass sie in Sichtweite wäre, tauchte auch schon die zweite Ruine auf, gleich auf dem nächsten Hügel zu unserer Linken. Toll wir bewegten uns in Richtung Süden und die Ruinen waren in Richtung Osten, so schien es als ob wir vorbei fahren würden. Verflixt wie kommt man denn dort hin, es muss doch eine Straße dorthin geben.

Vor uns ein Kreisverkehr, na das sieht gut aus, da könne man auch mal seine Richtung ändern, also rein in den Kreisverkehr, die erste rechts, was stand da, Falkenstein. Mein Schatz zögerte ein wenig, wollen wir da hin? Warum jetzt dahin, wir wollen doch erst mal zu den beiden anderen und die heißen wohl nicht Falkenstein. Also noch mal Gas geben und waren was uns auf den anderen Ausfahren erwartete. Die letzte war es, wie hieß es da, EISENSTEIN, ja genau, das ist die Ruine von der ich schon ständig rede, wusste doch dass es mir E anfängt, gefunden!!!!

Also Richtung Eisenstein ging es, da muss es wohl einen Weg auch zu dieser Ruine geben, noch dazu hab ich gelesen, es gäbe einen Burggasthof und man könne bis dort rauf fahren, das heißt, von dort noch 10 Minuten zu Fuß zur Ruine. Das war genau was wir wollten, ja nicht zu weit soll der Weg sein. Naja wir sind in letzter Zeit ein wenig faul geworden und Übertreiben wollen wir es auch nicht gleich. Der Ort lag jetzt von uns links, aber wir beide haben wohl die Zufahrt zum Ort übersehen. Also heißt es irgendwo bei Gelegenheit umdrehen, oder vielleicht kommt doch noch eine zweite Zufahrt? Nein, es sieht nicht danach aus, die Straße schlängelt sich durch das Tal, ist unübersichtlich, aber wir finden doch eine Stelle, wo man umdrehen kann. Geschafft, wir sind wohl wieder auf dem richtigen Weg. So jetzt ja nicht übersehen, dass wir rechts abbiegen müssen, naja das war jetzt eine Kleinigkeit, wo wir ja vorhin gerade erst vorbei gefahren waren.

Wir kommen in den Ort Eisenstein. Hier scheint als ob sich einiges tun würde. Viele Autos sind geparkt, die Leute laufen in ihren besten Anzügen und Kleider herum. Na klar, es ist ja Sonntagmorgen und die kommen wohl alle aus der Kirche. Wir schlängeln uns durch die nicht all zu breiten Straßen und obwohl wir beide die Augen offen halten, verpassen wir wieder die richtige Abzweigung. Ich hab es zwar noch gesehen, war mir aber auch nicht sicher. Na fahren wir mal der Straße entlang, vielleicht bringt auch die Straße uns, an das Ziel. Wir kommen an eine Abzweigung, einige Autos sind dort geparkt und Leute spazieren von hier aus den Berg hoch. Ein Schreck, hoffentlich müssen wir nicht auch von dieser Stelle uns den Berg hoch quälen, es scheint ja, als ob die Ruinen von hier noch ziemlich weit entfernt sind. Ich sage nur, Schatz fahr weiter, die Straße ist nicht zu ende, mal sehen wo wir hinkommen. Naja die Straße führte schon weiter, aber nicht an unser Ziel, wir entfernten uns immer weiter weg davon. Die Gegend war wunderschön, die Straße wurde immer schmäler und wir landeten dort, wo sich Reh und Hase gute Nacht wohl sagen würden.

Blödsinn wir sind wieder falsch kam uns beide in den Sinn, also noch mal umdrehen. Die ganze Straße wieder zurück bis in den Ort runter und dort die richtige Abzweigung suchen. Nach kurzer Zeit haben wir es geschafft, jetzt sind wir wohl auf dem richtigen Weg. Sieht gut aus meinte ich, ich hab was von diesem Gasthaus gelesen. Die Straße wird wieder schmäler, wie eine Straße auf die Alm, wo sich nur Kühe bewegen, aber sie war wenigstens geteert. Die Leute gingen der Straße entlang, hoch dem Berg und wie es schien waren wir wohl das einzige Auto auf dieser Straße. Mein Schatz fing schon zu zweifeln an, haben wir wohl ein Fahrverbot übersehen. Nein sagte ich, es gibt nur ein Fahrverbot für Busse hier hoch, kein Wunder, der würde auch nicht durchkommen und dann sah ich schon eine Fahne auf einer Anhöhe wehen. Ich glaub das ist das Gasthaus was wir suchen und hier können wir parken und den Rest zu Fuß gehen. Noch eine unübersichtliche Kurve und schon sahen wir dann auch die anderen Autos, die sich wohl zuvor den Berg hoch gequält haben. Wir sind richtig!!!

Am Parkplatz angekommen, bot sich uns eine Panorama von dem man nur träumen kann. Einfach fantastisch, die Welt schien uns zu Füßen liegen. Grüne Landschaft, ein See in weiter Entfernung und dahinter eine tolle Kulisse von Bergen. Ich sah fast Schloß Neuschwanstein, das musste dieses glitzern dort hinten vor der Bergwelt wohl sein. Stimmte auch, nur brauchte man fast Adleraugen um es richtig zu erkennen.

So dann machen wir uns wohl mal auf unseren Trip hoch zu der Ruine. Das muss wohl der Weg hinter dem Gasthaus sein, der gleich mal hochführte. Entengeschnatter begleitete uns die ersten Meter des Weges, dann tauchten hinter einem Zaun auch noch weiße Ziegen auf, die uns aber auf keinster Weise beachteten. Nach ein paar Höhenmeter teile sich plötzlich die Straße, die bessere geteerte Straße führte gerade aus weiter und links hoch zog sich ein Schotterweg. Was stand da, beide Wege führen zum selben Ziel, der eine Weg dauert 20 Minuten, der andere, schotterige und steile Weg wohl nur 10 Minuten. Für welchen entscheiden wir uns. Naja wagemutig entscheiden wir uns für den kürzeren Weg, hoffe wir haben uns nicht überschätzt.

Warum der Weg hier kürzer war, haben wir schnell rausgefunden, er war verdammt steil und sicher um einiges schlechter als der andere Weg, aber das sollte uns nicht davon abhalten, tapfer weiter zu gehen, obwohl mir ehrlich nach einigen Metern schon die Zunge raushing. Obwohl ich schon über 2 Monate nicht mehr rauche, scheint sich wohl jede Zigarette bemerkbar zu machen, die je mal geraucht hatte. Und noch was zwang mich fast in die Knie, das Übergewicht machte sich Schritt für Schritt mehr bemerkbar.

Ach was, das bisschen Berg werden wir schon schaffen, laufe ich doch sonst auch fast jeden Tag den Friedhofsberg vom Parkplatz zum Büro hoch wo ich arbeite, aber das war leider kein Vergleich dazu. Wie mache ich es, dass ich den Friedhofsberg überwinde und das jeden Tag schneller? Ich schaue nicht nach oben, sondern auf meine Schuhspitzen, zähle mit jedem Schritt, eins, zwei, drei, gleich ist der Berg vorbei und im nu bin ich oben angelangt, zwar auch oft außer Puste, aber es kommt mir nicht so hoch vor. Kann ich, oder soll ich es auch hier so machen, nö, mein Schatz würde mich für verrückt halten, natürlich hätte ich es nicht laut gesagt, nur in meinen Gedanken, aber da reißt mich mein Schatz schon aus den Gedanken, indem er einen Satz zur Seite macht und mit einem Sprung auf einen riesigen Stein landet. Ein Bild für Götter, das muss ich festhalten, für was hat mein eine Digitalkamera. Als er natürlich merkt, dass ich ihn fotografiere, macht er auch noch eine witzige Pose, sieht ja wirklich zum lachen aus. Als er dann doch wieder von seinem Felsen runterkommt, meint er nur, hoffentlich hast du auch den Stein noch mit aufs Bild bekommen, sonst weiß keiner, warum ich mich da so blöd hingestellt habe. Natürlich hab ich den Felsen mit drauf ?

Und weiter geht es, wie heißt es unten 10 Minuten, ich glaub die sind wir schon unterwegs, aber noch sind keine Mauern zu sehen, kein Wunder bei dem Tempo das wir drauf haben, eine Schnecke im Rückwärtsganz wäre noch schneller als wir bzw. ich. Mein Schatz nimmt eine Abkürzung, rechts über die Böschung hoch, am liebsten wäre ich wohl da nach, erinnere mich wieder an meine jungen Jahre, wo ich auch jeden Hang hoch und runter geklettert bin, aber das kann ich momentan nicht, mein Gewicht, ist schon ein Behinderung geworden und ich hab mir geschoren, dass muss sich ändern, nächstes Jahr will ich auch mal wieder wie eine Gazelle herumspringen und nichts soll mich an meinen Körper hindern die Freiheiten der Natur zu genießen und wieder in Einklang mit dieser zu leben. Ich quäle mich das letzte Stück des Weges hoch, dann plötzlich geht es steil nach unten und einige Meter links davon sitzt mein Schatz auf Baumstämmen und meint, wo ich wohl bleibe, er würde schon 4 Stunden auf mich warten. Bevor ich aber zu ihm hingehe, stehe ich auf einer Kreuzung, nach rechts geht es zu einer Ruine Hohenfrey oder wie die hieß, 5 Minuten Gehzeit und nach links also in Richtung wo es sich mein Schatz bequem gemacht hat, geht es zur Ruine Eisenstein auch 5 Minuten Gehzeit. Na klar, wir gehen erst auf Ruine Eisenstein, können ja später noch die andere Richtung gehen und die zweite Ruine besuchen.

Der Weg führt noch einmal steil hoch, die Sonne scheint heiß herab, mitte September und es ist verdammt heiß hier oben. Auf diesem Teil des Weges ist eine Lichtung und die Sonne strahlt direkt auf uns runter. Ich schwitze, die Schweißperlen rinnen mir von der Stirne und von meinem Schatz, dem wohl auch warm geworden ist, höre ich nur, danke für den Rat, dass ich doch die bequemere Hose angezogen habe. Na sag ich doch, war meine Antwort, manchmal sollst du mir auch was glauben.

Geschafft, wir stehen im unteren Teil der Ruine, die Mauern erheben sich vor uns und ein Aussichtsturm steht genau vor uns, eine Steintreppe führt hoch und geht dann in eine Holztreppe über, also nichts wie rauf. Uns erwartet ein wunderschöner Ausblick, die Schwitzerei war es wohl wert, wir wurden mit einer prächtigen Kulisse belohnt, noch viel schöner als von Gasthaus unten. Unsere Digitalkamera hat jetzt ausgerastet, sie wird eingesetzt um die schönen Momente festzuhalten was unsere Augen in diesem Moment einfangen. Natürlich ist es im Gehirn gespeichert, aber es ist doch schöner, wenn wir nach unserer Rückkehr die Bilder noch einmal betrachten können. Alle Himmelsrichtungen werden genau verewigt und von hier sieht man auch auf die andere Ruine rüber, die sogar noch größer zu sein schein, wie auf der wir uns befinden.

Kurz noch eine kleine Verschnaufpause, eine Holzbank lädt ein wenig zum rasten ein, aber schon stürmen die nächsten Besucher die Treppe hoch, Kinder, Familien usw. wollen auch diesen schönen Ausblick genießen. Also machen wir ihnen Platz und bewegen uns jetzt in Richtung Innenhof der Ruine, zuvor wird aber auch noch die Anschlagtafel fotografiert um später dann auch was über die Geschichte nachzulesen.

Gemäuer erstreckt sich links und rechts von uns hoch in den Himmel, Nischen sehen aus, als ob Maurer die Arbeit niedergelegt haben und nicht mehr weiterarbeiten wollen. Gestein usw. liegt rum, es sieht verfallen aus. Ein Platz breitet sich vor uns aus und links von mir sieht was aus wie ein Steinbrunnen, ein Holzdach drüber und eine Steinmauer im Kreis rum. Neugierig wie ich bin, will ich da mal reinsehen. Eine Treppe führt nach unten, ein kleine Anschlagtafel weist auf einen Treppenganz hin, das ganze endet bei einer Eisengittertüre unter mir und von links scheint eine breitere Treppe noch weiter nach unten zu führen. Mein Schatz war hinter einer Nische verschwunden und hat noch mal eine Hinweistafel fotografiert, als er wieder zum Vorschein kommt, fragt ich ihn ob man von dort drüben wohl auf die Treppe kommen würde. Ja wirklich auch von hier konnte man runter, aber wo führt sie hin, irgendwas von einem Keller oder Untergeschoß war die Rede. Naja wer nicht unten war, der weiß auch nicht was sich dort verbirgt. Uns wird ein wenig mulmig, es wird dunkler, die Steintreppe schein verwahrlost, darf man da überhaupt runter, höre ich von meinem Schatz. Na sicher sag ich, obwohl ich mir nicht sicher bin, aber wenn es wohl nicht abgesperrt ist, dann kann man wohl auch da runter. Zwei Räume waren unten, alles verfallen, faules Holz lag auf dem Boden, Steher stützen die Wände und ansonsten war nichts zu sehen, haben wir vermutet, dass ein Schatz da wohl warten würde ??? Blöde Idee, wenn tausende Menschen hier oben auf der Ruine schon waren, da würden wir gerade was finden, aber da ging wohl das Abenteuerherz mit einem durch.

Wir gingen noch durch die Gänge der Ruine, landeten auf einer großen hölzernen Plattform und genossen weiterhin den tollen Ausblick. Aber irgendwann kam auch wieder die Zeit, wo uns der Weg wohl wieder von der Ruine runter führen würde. Also machen wir uns auf den Weg nach unten, tolle Gewächse die wir wohl noch nie gesehen hatten stachen uns ins Auge, Rätselraten, was das wohl für Früchte sein könnten, aber keine Antwort auf unsere Fragen. Ein Schmetterling ließ uns mal innehalten, er war so schön, dass ich ihn auch in der Cam haben wollte. Dann ging es weiter. Das Schwitzen hatte nachgelassen, es ging auch bergab, aber in den Sandalen drinnen rutschte ich hin und her. Die waren mir in letzter Zeit ein wenig zu groß geworden, aber bequem waren sie noch immer, jedoch musste ich feststellen, dass sie für Bergwanderungen nicht unbedingt geeignet waren. Toll, bei jedem Schritt musste ich mit den Zehen in den Sandalen bremsen, das war fast anstrengender als der Aufstiegt und lange dauerte es nicht und die Füße taten weh. Noch dazu war der Weg sandig und ich hatte ständig Angst, dass ich wohl mal abrutschen und auf meinen Hintern landen würde.

Was war das gerade, etwas Schwarzes, kleines hatte sich doch gerade auf dem Weg bewegt. Ich stoppte meinen Schatz und ein Schritt mehr von ihm hätte fast ein Lebewesen getötet. Es war eine kleine Kröte, keine 2 cm groß, war wohl noch ein Baby und fühlte sich wohl nicht ganz wohl auf dem trockenen, sandigen Boden, der auch noch von der Sonne aufgeheizt wurde. Ich nahm die Gröte in die Hand, mein Schatz ekelte sich davor, gut ich mag diese Viecher auch nicht besonders, aber sie war ja noch so klein und so hab ich sie ins Gebüsch gelegt. Wahrscheinlich gerade noch rechtzeitig, denn um die Kurve kam eine Familie mit Kindern und Hund und wer weiß was die damit gemacht hätten.

Wir standen wieder an der Kreuzung, 5 Minuten in die Richtung, 5 Minuten in die andere Richtung. Wollen wir noch auf die andere Ruine rüber gehen. Irgendwie waren wir uns aber dann doch einige, dass wir den Abstieg antreten würden, wie schon mal erwähnt, man soll es ja nicht übertreiben. Also von nun an ging es bergab. Schlimm dieses ständige bremsen mit den Zehen und die Knie fingen an zu schmerzen, vorsichtig ein Schritt vor den anderen und drauf geachtet, dass man nicht wegrutscht, auch mein Schatz hatte irgendwie die falschen Schuhe an und wir haben uns geschworen, dass wir und bei der nächsten Bergwanderung besseres Schuhwerk kaufen würden. Wir haben schon dahingeblödelt, was wohl passieren würde, wenn jemand von uns auf den Hintern landen würde, aber ich glaube das wäre uns schnell vergangen, wenn es wirklich passiert wäre. Aber wir kamen gut unten bei der Abzweigung an, da wo unser Aufstieg vor einiger Zeit begonnen hatte. Ein Paar stand unten und wusste nicht so recht wo sie wohl lang gehen sollten. Von uns kam nur der Rat, es sich zu überlegen, hier ist der Weg wohl steil, aber eben dafür kürzer, naja und wenn wir ihn überstanden haben, dann schaffen dass auch andere. Welchen Weg sie schlussendlich gewählt haben, wissen wir gar nicht, denn ohne noch mal einen Blick nach hinten zu verlieren, gingen wir in Richtung Gasthaus. Was lag jetzt näher dran, als sich mal eine kleine Erfrischung zu vergönnen.

Ein kurzer Blick auf die Speisekarte, naja zu essen gab es schon was, aber wollen wir wirklich hier was essen oder wollen wir noch wo anders hinfahren ? Einen Kaffee für meinen Schatz und ein kühles Mineralwasser mit Zitrone wirkte Wunder uns ging es gleich wieder besser. Mensch wenn ich das gewusst hätte, dass die hier oben auch eine köstliche Buttermilch haben, dann hätte ich lieber so eine getrunken, aber jetzt hatte ich schon das Mineralwasser vor mir stehen und beides ging nicht, sonst hätte ich gleich den Rest des Tages auf dem WC verbringen können. Jetzt kam das große beraten, wohin soll uns der Weg heute noch führen, es ist Mittag, die Strapazen sind soweit wieder einigermaßen verschwunden. Irgendwie waren wir uns einige, es soll Richtung Tegelberg gehen.

Rein ins Auto, die Luft war fast zum schneiden im Inneren, es war heiß, fast wie im Hochsommer und das mitte September. Das merkte man auch an den anderen Besucher der Gaststätte, viele waren mit ihren Kabrios angereist und um die Mittagszeit fühlten sich die Plätze im Freien vor der Gaststätte bis fast auf den letzten Platz, jeder wollte die letzten Sonnenstrahlen wohl an diesem Tag genießen.

Für uns ging es jetzt auch mit dem Auto bergab, wieder durch dieses idyllische Eisenstein in Richtung Füssen. Vieles hat sich hier auch geändert, die Straßen wurden umgebaut und eigentlich wollten wir durch Füssen durchfahren, aber haben anfangs die falsche Abfahrt erwischt. Na was war da los, im Gegenverkehr eine Kolonne und wir waren in Richtung Reute unterwegs, also grundsätzlich falsch, aber was machen. Entweder über die Grenze rüberfahren oder versuchen doch noch mal umzudrehen und sich in die Kolonne einreihen. Also doch umdrehen, obwohl es verboten wäre, viele sahen uns zu, aber keine hat sich deswegen aufgeregt und so kamen wir doch ganz gut in die Kolonne rein und mit dem ganzen Verkehr auf die richtige Kreuzung und auch dann Richtung Füssen. Jetzt ging es durch die Stadt, die wirklich wunderschön ist. Raus aus der Stadt und über die Brücke rüber, eigentlich hätte es uns da schon auffallen müssen, dass die zweite Spur gesperrt war und unser Gegenverkehr umgeleitet wurde. Aber keine von uns hat sich da was gedacht und schon nach einigen Metern war alles vergessen, wir sahen ja schon fast unser nächstes Ziel vor Augen.

Bilder und Fotos von der Ruine Eisenstein