Eigentlich habe ich den Stoffelberg Rundweg nur zufällig gefunden. Ich gebe es ja zu, auch ein Einheimischer kann nicht alles kennen! Besonders im Allgäu gibt es sehr viele verborgene und einsame Wanderwege. Gut für den, der die Einsamkeit liebt und sowenig Wanderer wie möglich begegnen möchte. Diese Personen sind mit dem Stoffelberg Wanderweg gut beraten.
Fast hätte ich geschrieben, in weiter Ferne von allen Strassen und Wegen. Aber das entspricht nicht der ganzen Wahrheit. Hin und wieder ist schon eine kleine Strasse zu sehen, oder vielmehr ein geteerter Weg, auf dem alle heiligen Zeigen ein Fahrzeug zu sehen ist! Der Stoffelberg Rundweg führt, wie dem Namen zu entnehmen ist, rund um den Stoffelberg, oder vielmehr rund um den Gipfel des Stoffelberges.
Wir wollten um den Niedersonthofner See wandern. Dieser ist idyllisch sehr schön gelegen und es macht große Freude, das alles anzusehen. Wir fuhren diesmal noch etwas weiter in die Ortschaft Niedersonhofen.
Rechts nach dem Orteingang stach mir sofort eine enorme Steigung ins Auge. Ich dachte mir, wenn das so steil nach oben geht, dann landen wir in den Bergen. Naja, die Idee war gut, und ich setzte dies auch gleich in die Tat um. Auf dem Wegweiser stand: Richtis oder Rechtis. Wenn es jemand interessiert, es geht sehr weit und sehr steil nach oben. Sie Strasse ist sehr eng.
Das Auto schaffte es doch tatsächlich ohne zu kochen. Denn die Sonne schien auch unbarmherzig auf das Autodach und erweichte den Asphalt. Die Strasse endete vor der Berghütte Zum Ausblick. Und der Namen des Ausflugslokales entsprach der Wahrheit. Der Ausblick ist hervorragend. Man sieht weit in die Allgäuer Alpen. Ein Anblick, den man nicht mehr vergißt! Die Natur zeigt sich in ihrer vollen Pracht, Natur pur .. wie man so schön sagt! Es fiel uns schwer, uns von diesem Anblick loszureißen. Wir wollten ja weiter nach oben.
Auch hier wußte ich noch nichts von diesem Stoffelberg Rundweg. Nach etwa 400 Metern war der Weg zu ende. Es kam ein kleiner Durchgang in sicht. Wer schon mal auf dem Land beim Wandern war, der kennt diese Durchgänge. Es hat nur eine einzige Person Platz. Es ist sehr eng, und danach folgt eine Kuhweide. So auch in diesem Fall. Wir wanderten zwischen den Kühen, die kauend in der Wiese lagen.
Nach einer Weile kam der zweite Durchgang. Und hier stand Stoffelberg Rundweg. Na gut, dachten wir uns, dann ist es ja in Ordnung, wenn wir hier entlang liefen. Es war demzufolge ein offizieller Wanderweg. Das Wort Wanderweg ist etwas falsch. Von einem Weg war weit und breit nichts zu sehen. Hin und wieder sah man einen Pfad, an dem die Kühe entlang liefen, und ab und zu sieht man einen Pfahl, worauf geschrieben steht Stoffelberg Wanderweg. Die Pfeile gehen in beide Richtungen. Ein Rundweg!
Auch wenn das wandern manchmal zur Strapaze wird, so ist man trotzdem mitten in der Natur, und die Schönheit lässt alles andere vergessen. Übrigens, wir begegneten keinen einzigen Menschen.